Eigentlich heißt es ja „Bäumchen, wechsel dich“. Bezogen auf die Nacht der Zehner könnte man daraus „Stadion, wechsel dich“ machen. Denn nach der abgeschlossenen Modernisierung des Hammer Parks kehrte die Veranstaltung von der Jahnkampfbahn zurück auf die Anlage im Osten Hamburgs. Was sich nicht verändert hatte, waren die Läufe über 10.000 Meter – inklusive der gemeinsamen Meisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Norddeutschen Meisterschaften. Gekrönt wurde die mittlerweile zehnte Auflage von drei deutschen Jahresbestleistungen und drei Rekorden.
Für das sportliche Highlight sorgte Anton Saar vom Erfurter LAC im abschließenden Lauf am späten Samstagabend. Mit einem beeindruckenden Sololauf gewann der 21-Jährige, der mit einer Meldezeit von 29:29 Min. ins Rennen gegangen war, in persönlicher Bestleistung von 29:20,14 Min. Damit blieb er rund 23 s unter seiner bisherigen Bestmarke. Der deutsche U23-Meister ist nach seinem Auftritt im Hammer Park zudem die neue Nummer eins der DLV-Bestenliste seiner Altersklasse. Bemerkenswert: Der eingeplante Tempomacher hatte krankheitsbedingt abgesagt. „Ich wusste aber, dass ich das auch allein laufen kann“, betonte Saar nach dem Rennen.
Selbstverständlich bedeuteten die 29:20,14 Min. des Erfurters auch einen neuen Veranstaltungsrekord. Die bisherige Bestmarke hatte Haftom Welday gehalten, der 2019 – damals noch für den TSV Pattensen startend – 29:54,50 Min. gelaufen war. Saar gelang darüber hinaus ein weiteres Kunststück: Er überrundete sämtliche Konkurrenten in seinem Rennen.
Den zweiten Platz belegte Olof Simman vom Laufteam Hamburg, der sich in 30:42,07 Min. zugleich beide Meistertitel sicherte. Dahinter folgten Finn Schümann (hamburg running) in 31:37,50 Min. und Rowan Orlijan-Rhyne (Laufteam Hamburg) in 31:59,73 Min.
Nicht ganz so deutlich fiel der Sieg von Julia Kümpers (LAC Kronshagen) aus. Nach ihrem Erfolg bei den Norddeutschen Meisterschaften in Bremen über 5.000 Meter sicherte sie sich nun auch den Titel über die doppelte Distanz. Kümpers gewann in 34:52,87 Min. vor Manon Martsch (VfL Eintracht Hannover / 35:40,40) und Sonja Lindemann (LG Wedel-Pinneberg / 35:56,51).
Obwohl für Kümpers in eineinhalb Wochen ihre Facharztprüfung ansteht, trat sie im Hammer Park an. Als Gründe nannte sie zum einen ihren Wunsch, nach dem Erfolg in Bremen nun auch über 10.000 Meter zu triumphieren, zum anderen ihren erst eine Woche zuvor aufgestellten SHLV-Rekord über zehn Kilometer auf der Straße. Bei der Berliner City Night war sie 33:17 Min. gelaufen. „Da habe ich heute dann einen kontrollierten Trainingswettkampf daraus gemacht“, sagte Kümpers.
Gleich im ersten Rennen der Nacht der Zehner, die aufgrund der insgesamt sieben Läufe bereits um 14.30 Uhr begann, sorgte Joachim Krüttgen vom Hamburger Sportclub für einen weiteren Rekord. Mit seiner Siegerzeit von 44:04,53 Min. verbesserte er in der Altersklasse M75 die bisherige HLV-Bestmarke von Luis Rubiales Jiménez (SV Polizei) aus dem Jahr 2014 deutlich. Diese hatte bei 47:07,50 Min. gelegen.
Wie Saar ist auch Krüttgen damit aktuell die Nummer eins in Deutschland in seiner Altersklasse. Bahnrennen sind für ihn allerdings eher die Ausnahme. Er laufe lieber auf der Straße, sagte Krüttgen. Unabhängig vom Untergrund verfolgt er vor allem ein Ziel: „Gesund bleiben.“
Über einen Eintrag in die HLV-Rekordliste der W65 darf sich unterdessen Silke Gielen (SV Grün-Weiss Harburg) freuen. Mit ihrer Zeit von 51:13,61 Min. löste sie Hildegard Keuchel als Rekordhalterin ab. Die bisherige Bestmarke der Athletin vom Hamburg ETSV Altona-Eidelstedt von 53:50,50 Min. stammte vom 25. Oktober 1981. Und auch für Gielen gilt: Sie führt nun die DLV-Bestenliste ihrer Altersklasse an.
Gesamtsiegerinnen & -sieger
Männer
Frauen
Norddeutsche Meisterschaften
Männer
Frauen
Hamburger und Schleswig-Holsteinische Meisterschaften
Männer
Frauen